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Die Stadtverwaltung
Brandenburg an Havel
für die Gestaltung
des Blindenleitsystems des Bahnhofvorplatzes der Stadt

Brandenburgischer Betonkopf 2016


Laudatio

Der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg e.V.
verleiht den Betonkopf 2016 an

die Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel
für die Gestaltung des Blindenleitsystems des Bahnhofvorplatzes der Stadt.

Im Dezember 2014 ist der Hauptbahnhof der Stadt Brandenburg an der Havel neu eröffnet worden. Bestandteil dieses Bauvorhabens war auch die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes.

Der Bahnhof und das gesamte neu gestaltete Areal sind für die Anbindung der Stadt an den öffentlichen Verkehr von besonderer Bedeutung. Täglich benutzen viele Pendler den Bahnhof, um ihren Arbeitsplatz in Potsdam oder Berlin zu erreichen.

Der Hauptbahnhof ist der zentrale Umsteigepunkt für Reisende aus der Stadt und dem Umland. Viele Buslinien aus dem Umland enden hier, ebenso der Regionalexpress aus Rathenow.

Im Bereich der drei Bahnsteige einschließlich des Tunnels und der Zugänge zu ihnen existiert seit der Rekonstruktion der Verkehrsanlagen vor einigen Jahren durch die Deutsche Bahn AG ein geschlossenes Blindenleitsystem.

Ein solches Leitsystem ist im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes durch die Stadt Brandenburg an der Havel auch vor dem Bahnhofsgebäude realisiert worden. Das neue System umfasst den Vorplatz und verbindet den zentralen Busbahnhof mit den Haltestellen der Stadtlinienbusse und dem Taxistand.

Es gibt sogar einen Blindenleitstreifen, der in Richtung der Bahnsteige führt. Er endet exakt an der Grundstücksgrenze zum Gelände der Deutschen Bahn AG.

Die Bahn wiederum hatte das von ihr errichtete Blindenleitsystem ein paar Jahre zuvor nur einige Meter weiter östlich enden lassen. Zwei lose Enden, nur einige wenige Meter voneinander entfernt.

Und so gibt es an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwei gut ausgebaute Blindenleitsysteme, die nur leider keiner miteinander verbunden hat.

Das Ergebnis:

Es gibt im Bereich des Hauptbahnhofes kein geschlossenes Blindenleitsystem, das für blinde Menschen einen Übergang vom schienengebundenen Verkehr zur Stadt bzw. zu den Taxi- und Bushaltestellen und umgekehrt ermöglicht.

Ist das schon einen Betonkopf Brandenburg wert?

Schon möglich. Was aber vielleicht ein schlichter Planungsfehler ist, wird dann zum Skandal, wenn die Verantwortlichen in Kenntnis der Tatsachen nichts unternehmen, um diesen Missstand zu beheben.

Vor allem, wenn es weder aufwendige Planungen noch kostenaufwendige Bauarbeiten braucht, um Abhilfe zu schaffen.

Der ABB e.V. hat auf eben diese Missstände bereits 2015 hingewiesen.

Die Stadt reagierte schnell und offen. Ein mitten im Blindenleitstreifen aufgestelltes Verkehrsschild wurde versetzt. Erste Gespräche über die Versetzung zwei Verteilerkästen – ebenfalls genau in den Leitstreifen platziert – wurden angekündigt. Alles schien auf einem guten Weg.

Wir waren vor einigen Wochen wieder in Brandenburg, um zu schauen, was sich getan hat.

Kurz gesagt: Nichts!

Das Blindenleitsystem des Bahnhofsvorplatzes endet noch immer einige Meter neben der Anschlussstelle des Systems der Deutschen Bahn.

Und auch die beiden Elektroverteilerkästen stehen noch immer mitten im Blindenleitstreifen des Bahnhofsvorplatzes.

Das war uns einen Betonkopf wert!

… und dann verging das Jahr ………
 

www.betonkopf-brandenburg.de